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ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Diminutivaffix
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Ein Diminutivaffix ist eine dem Wortstamm zugesetzte Vor- oder Nachsilbe (Affix), die der grammatischen Verkleinerung (Diminutiv) dient. Solche Silben sind als Präfixe und Suffixe der Wortbildung zu betrachten. Die Affigierung ist nur eine von mehreren mÜglichen Diminutivformen. Das Diminutiv kann auch durch Kßrzung, Reduplikation, gesonderte lexikalische Einträge oder andere sprachliche Mittel ausgedrßckt werden. In den indogermanischen Sprachen wird die Diminutivaffigierung hauptsächlich durch Suffigierung bewerkstelligt. Am bekanntesten sind im Deutschen und seinen Dialekten die Verniedlichung- und Verkleinerungsformen mit Diminutivsuffixen wie -chen, -lein, -i, -le, -el, -erl, -l, -li oder -ei.
Contents
⢠Unterscheidung
⢠Beispiele
⢠Deutsch
⢠Latein
⢠Niederländisch
⢠Englisch
⢠FranzÜsisch
⢠Furlanisch
⢠Irisch
⢠Italienisch
⢠Katalanisch
⢠Litauisch
⢠Finnisch
⢠Estnisch
⢠Griechisch
⢠Portugiesisch
⢠Russisch
⢠Spanisch
⢠Tßrkisch
⢠Berberisch
⢠Bantusprachen
⢠Papuasprachen
⢠Esperanto
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Unterscheidung
Diminutivaffixe sind nur solche Affixe, deren Bedeutung nicht lexikalisiert wurde. Die Wortendung -chen bei Mädchen oder Märchen ist zum Beispiel kein Diminutivaffix.
Beispiele
Deutsch
Die im Deutschen am häufigsten verwendeten Diminutivsuffixe sind -chen, z. B. bei Hänschen (abgeleitet von Hans, häufig als Anrede fĂźr Kinder dieses Vornamens), VĂśgelchen (mit der Bedeutung âkleiner Vogelâ) und -lein (z. B. bei DĂśrflein (abgeleitet von Dorf)). Ebenfalls verbreitet, jedoch Ăźberwiegend bei Personennamen anzutreffen, ist das nachgestellte -i (z. B. Benni fĂźr Benjamin, Basti fĂźr Sebastian) bzw. das aus der englischen Sprache Ăźbernommene -y (vgl. Tommy fĂźr Thomas).
⢠-chen, zum Beispiel Hßndchen fßr kleiner Hund, verwandt mit dem niederdeutschen -ke und -(t)je
⢠-lein, zum Beispiel Ăuglein fĂźr kleines Auge, verwandt mit dem lateinischen -ulus/ula und den oberdeutschen Formen -le, -la, -li, -l
Mitteldeutsche Dialekte und Sprachen
⢠Hessische Dialekte
⢠-che; zum Beispiel Kätzche, Hßndche
⢠-elche (doppeltes Diminutiv: -el entspricht dem oberdeutschen -el, -che dem niederdeutschen -ke); Eigelche (Ăuglein/Ăugelchen: kleines Auge)
⢠moselfränkische und pfälzische Dialekte
⢠-je, -sche; zum Beispiel Kätzje, Gässje, Hßndsche, Autosche, mit -je und -sche in komplementärer Distributioncite-ref-1[1]
⢠-elsche (doppeltes Diminutiv: -el entspricht dem oberdeutschen -el, -sche dem niederdeutschen -ke); zum Beispiel Eischelsche bzw. Ăugelsche (Ăuglein/Ăugelchen: kleines Auge), Gässelsche (kleine Gasse)cite-ref-2[2]
⢠Jiddisch
⢠-el(e), Plural -(e)lech; zum Beispiel fi:sel(e), Plural fi:s(e)lech (kleine FĂźĂe), gesel, Plural geselech (kleine Gassen)
Oberdeutsche Dialekte (sĂźddeutscher Sprachraum)
⢠Alemannisch
⢠Badisch und Elsässisch
⢠-le, zum Beispiel Kätzle, -el zum Beispiel Hiesel (Häuschen) Plural -le Hiesle.
⢠Schwäbisch
⢠-le (Singular und Plural), zum Beispiel Kätzle, Bergle
⢠-le/-la und -len (veraltender Plural), zum Beispiel Kätzla, Berglen
⢠Schweizerdeutsch, Alemannisch in Sßdbaden
⢠-li, -i, zum Beispiel Chätzli
⢠Ostfränkisch
⢠-la (Singular), zum Beispiel Ăffla, Spätzla, sehr oft aber auch als Verniedlichungs- oder Koseform bei normalen GrĂśĂen
⢠-lich (Plural), zum Beispiel in Hohenlohe Spätzlich
⢠-l, -rl, -erl, -ei, -i zum Beispiel Dirndl, Dirnei, Bßrscherl
Latein
⢠-ulus/-a/-um, zum Beispiel parvulus (sßà und klein) von parvus (klein)
⢠-olus/-a/-um, zum Beispiel ostiolum (kleine Tßr) von ostium (Tßr)
⢠-culus/-a/-um, zum Beispiel musculus (Mäuschen) von mus (Maus), navicula (Schifflein) von navis (Schiff), tabernaculum (Hßttchen) von taberna (Brett, Hßtte, Laden), davon abgeleitet: Tabernakel
⢠-ellus/-a/-um, zum Beispiel porcellus (Schweinchen, Ferkelchen) von porcus (Schwein) (neben porculus und doppelt verkleinert zu porcellulus)
⢠-illus/-a/-um, zum Beispiel bacillum (StÜckchen) von baculum (Stock)
⢠-ullus/-a/-um, zum Beispiel anulla (Mßtterchen) von anus (alte Frau)
⢠-unculus/-a/-um, zum Beispiel occasiuncula (kleine Gelegenheit) von occasio (Gelegenheit), homunculus (Menschlein) von homo (Mensch), avunculus (Onkel) von avus (GroĂvater), furunculus (Dieblein) von fur (Dieb)
⢠-io, zum Beispiel caballio (Pferdchen) von caballus (Pferd)
Niederländisch
Diminutive sind im Niederländischen sehr stark vertreten und immer Neutrum. Die häufige Benutzung von Verkleinerungsformen soll oft eine freundliche Atmosphäre hervorrufen, aber kann auch ironisch gemeint sein. Dazu gibt es eine Anzahl lexikalisierter Diminutive, das heiĂt WĂśrter, die in der Diminutivform eine eigene Bedeutung erlangt haben. Nicht nur Substantive kĂśnnen in der niederländischen Sprache verkleinert werden, sondern auch bestimmte Adjektive, Verben, Adverbien, Präpositionen und Numeralia.
| Substantiv | Diminutiv | Ăbersetzung | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| de hand | het hand je | die kleine Hand | + -je |
| de vrouw | het vrouw tje | die kleine Frau | Endsilbe auf -l, -n, -w, -r, -e â + -tje |
| de auto | het auto otje | das kleine Auto | Endsilbe auf -a, -o, -u â Vokaldopplung + -tje |
| de kraam | het kraam pje | die kleine Bude | Endsilbe auf -m |
| de man de bal | het man netje het bal letje | die kleine Bude | Kurzvokal â Konsonantdopplung + -etje . |
Es gibt auch einige unregelmäĂige Diminutive:
| Substantiv | Diminutiv | Ăbersetzung | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| het glas | het gl aa s je | das kleine Glas | |
| het blad | het bl aa d je | das kleine Blatt | |
| het gat | het g aa t je | das kleine Loch | |
| de jongen | het jong etje | der kleine Junge | |
| het vat | het v aa t je | das kleine Fass | Aber: het handvat â het handvatje (der kleine Handgriff) |
| het schip | het sch ee p je | das kleine Schiff | |
| het pad | het p aa d je | der kleine Pfad | |
Lexikalisierte Diminutive mit einer eigenen Bedeutung:
| Diminutiv | Ăbersetzung | Anmerkung |
|---|---|---|
| het ijs het ijsje | das Eis die Eiscrème | |
| de bon het bonnetje | der Strafzettel, der Kassenzettel der Kassenzettel | Kann auch ironisch/beleidigend gemeint sein: âMeneer agent, geeft u mij het bonnetje maar.â â âHerr Polizist, geben Sie mir das Strafzettelchen.â |
| een stel een stelletje stelletje luilakken | ein Paar ein junges Paar Faulenzer! | |
| een moetje de moetjes | Ausdruck fĂźr eine Heirat unter dem Eindruck einer bestehenden (ungeplanten) Schwangerschaft, wĂśrtlich: muss-chen. | Verkleinertes Verb (mĂźssen). |
| onder ons onderonsje | unter uns ein intimes Gespräch | Verkleinertes Personalpronomen. Kann auch negativ gemeint sein: die Mauschelei. |
| groen groentje | grßn Neuling, Anfänger | Substantiviertes verkleinertes Adjektiv. |
| blauw een blauwtje (lopen) | blau abgewiesen werden (während eines Dates) | Substantiviertes verkleinertes Adjektiv. |
| vijf vijfje | fĂźnf u. a. 5-Euro-Banknote | Verkleinertes Numerale. Kann auch beleidigend gemeint sein: âZe is hoogstens een vijfjeâ. â âSie ist hĂśchstens eine FĂźnf (auf einer Zehner-Skala).â Kann auch relativierend gemeint sein: âDeze toets gaat een vijfje wordenâ. â âDiese PrĂźfung wird eine fĂźnf (aber wird mich nicht weiter scheren).â |
| bleek bleekjes | blass etwas blass | Verkleinertes Adjektiv. |
Englisch
⢠-kin, zum Beispiel lambkin (Lämmchen) von lamb (Lamm)
⢠-y, zum Beispiel piggy (Schweinchen) von pig (Schwein)
⢠-ling, zum Beispiel duckling (Entchen) von duck (Ente)
⢠-een (im irischen Englisch, von ir. -Ăn), zum Beispiel lambeen (Lämmchen)
⢠unregelmäĂige Formen, die eigenständige WĂśrter darstellen, wie kitten (Kätzchen) von cat (Katze)
FranzĂśsisch
⢠-et/ette, zum Beispiel sĹurette (Schwesterchen), cigarette
⢠-ot, zum Beispiel frÊrot (Brßderchen)
⢠-elle, zum Beispiel sauterelle (Heuschrecke)
Quebecer FranzĂśsisch
⢠In dieser Mundart des FranzĂśsischen werden Diminutivformen typologisch untypisch durch Präfigierung oder Reduplikation gebildet: ti-chat âKätzchenâ, ti-gars âJĂźngelchenâ, Ti-(L)ouise âLouiseâ, Ti-Mi âMichelleâ, DĂŠdĂŠ âAndrĂŠâ, Didi âDianeâ, Dodo âDominiqueâ usw. Ăhnliche Formen gibt es auch in den FranzĂśsischen Kreolsprachen (namentlich haitianisches Kreolisch) und verschiedenen westafrikanischen Sprachen.
Furlanisch
⢠-ut/-ute
man (âHandâ) â manute (âHändchenâ)
fuar (âOfenâ) â fuarnut (âklein Ofenâ)
⢠-on/-one
bree (âBrettâ) â breon (âgross Brettâ)
⢠-at
orcul (âOgerâ) â orculat (âbĂśse Ogerâ)
⢠-ot/-onon
grant (âgroĂâ) â grandonon (âwirklich groĂâ)
⢠-in/-inin/-el/-it/-uç
pâl (âPfahlâ) â paluç (âklein Pfahlâ)
Irisch
⢠-Ăn, zum Beispiel leabhairĂn (BĂźchlein)
Italienisch
⢠-ino/-ina
mano (âHandâ) â manina (âHändchenâ)
signora (âFrauâ) â signorina (âFräuleinâ)
caro (âliebâ, âteuerâ) â carino (âhĂźbschâ)
⢠-etto/-etta
scoglio (âFelsenâ) â scoglietto (âkleiner Felsenâ)
viola (âVeilchenâ, auch ein Name) â Violetta (Verkleinerungsform des Namens)
⢠-otto
isola (âInselâ) â isolotto (âEilandâ)
⢠-ello/-ella
canna (âRohrâ) â cannella (âZimtâ)
⢠-uccio/-uccia
canna (âRohrâ) â cannuccia (âStrohhalmâ)
Diese Endung erscheint meistens als âVerniedlichungsâ-Form (vezzeggiativo):
Gianni (âHansâ) â Giannuccio (etwa âsĂźĂer kleiner Hansâ)
Katalanisch
⢠-et/-eta, zum Beispiel germaneta (Schwesterchen)
Litauisch
In der litauischen Sprache gibt es besonders viele Diminutive, die sich aus dem Altlitauischen erhalten haben: Neben Substantiven werden auch Adjektive mit zahlreichen Suffixen verwendet.
⢠-elis/-elÄ, zum Beispiel namelis (Häuschen), gÄlelÄ (BlĂźmchen)
⢠-Älis, -ÄlÄ Ä
sotÄlis, maĹžutÄlÄ
⢠-(i)ukas, -(i)ukÄ berniukas, mergiukÄ
⢠-eliukas, -eliukÄ ereliukas, mameliukÄ
⢠-ytis, -ytÄ paukĹĄtytis, gÄlytÄ
⢠-(i)utis, -(i)utÄ zuikutis, saulutÄ
⢠-aitis, -aitÄ: bernaitis, mamaitÄ
⢠-uÄiukas, -uÄiukÄ: maĹžuÄiukas, maĹžuÄiukÄ
⢠-elytaitis, -elytaitytÄ
Finnisch
⢠-nen: tyttÜnen (tyttÜ: Tochter); kaunoinen (kaunis: schÜn, Substantiviert)
⢠-kka, (letzter Vokal kann ändern): marjukka (marja: Beere), mustikka (musta: schwarz, Substantivierung â Heidelbeere), pallukka (pallo: Ball)
⢠doppeltes Diminutiv (-kka + -nen): lapsukainen (lapsi: Kind), pienokainen (pieni: klein, Substantivierung)
⢠pikku-
Estnisch
⢠-ke: emake (ema: Mutter), kiisuke (kiisu: Katze); (Gebildet aus dem Genitivstamm)
armsake (armas: lieb, armsa (Genitiv), Substantivierung)
⢠-kene: kullakene (kulta: Gold)
Griechisch
⢠-aki, zum Beispiel νξĎΏκΚ, (neraki) (zum Kaffee serviertes âWässerchenâ)
⢠oder κοĎ
ĎιΝΏκΚ, (kutalaki) (LĂśffelchen, TeelĂśffel)
⢠-oula, zum Beispiel βοΝĎÎżĎΝι, (voltoula) (ein âSpaziergängchenâ oder kurzes Ausgehen)
⢠Genusänderung, zum Beispiel Ρ ĎĎΏθι [i spâatha] (das Schwert) = fem. â ĎÎż ĎĎιθί [to spaâthi] (das Schwertchen) = neutr., Ρ γΏĎÎą [i gâata] (die Katze) = fem. â ĎÎż γιĎÎŻ [to gaâti] (das Kätzchen) = neutr., wobei sich die Bedeutung des Grundworts und des Diminutivums durch die Jahrhunderte verschieben kĂśnnen, zum Beispiel Ρ κξĎιΝΎ [i kefaâli] (das wichtigste Teil eines Apparates/der Tonkopf/der Wirbelkasten der Streichinstrumente usw. altgr.: der Kopf) = fem. â ĎÎż κξĎΏΝΚ [to keâfali] (der Kopf) = neutr. Das Wort kann zurĂźck ins Femininum gesetzt werden: Ρ κξĎΏΝι [i keâfala], wobei es dann verächtlich den hässlichen Riesenkopf bezeichnen wĂźrde.
Portugiesisch
Die portugiesischen Diminutive und Bildungsregeln sind zahlreich. AuĂerdem gibt es Ausnahmen, veraltete Formen sowie Unterschiede in der Pluralbildung. Das Portugiesische verwendet das Diminutiv auch bei Adjektiven, Adverbien und Gerundien.
⢠-inho/-a, zum Beispiel casinha (Häuschen) von casa (Haus)
⢠-zinho/-a (wenn Nomen auf Vokal oder Nasal endet), zum Beispiel irmãozinho (Brßderchen) von irmão (Bruder), homemzinho (Männlein) von homem (Mann)
⢠-ito/-a (i. d. R. parallel zu -inho/a verwendbar), zum Beispiel casita (Häuschen) von casa
⢠-zito/-a (in Sonderfällen), zum Beispiel mulherzita (Fräulein, jedoch nicht als Anrede zu gebrauchen) von mulher (Frau)
⢠-oto/-a (selten), zum Beispiel casota (Häuschen) von casa
⢠-eto/-a (selten), zum Beispiel saleta (Räumchen) von sala (Raum)
⢠-ebre (sehr selten), zum Beispiel casebre (Häuschen) von casa
Russisch
In der russischen Sprache sind Diminutive und Kosenamen sehr gebräuchlich. Substantive, Adjektive und Adverbien haben jeweils eigene Suffixe. Substantive weisen die grĂśĂte Vielfalt auf:
⢠Maskulina: -ik, -tschik, -ok/-ek, -ec, -ischk- usw. (z. B. âdomikâ von âdomâ (âHausâ))
⢠Femina: -k-a, -onk-a/-enk-a, -(i)c-a, -ink-a usw. (z. B. âtropinkaâ von âtropaâ (âPfadâ)
⢠Neutra:-ik-o, -(i)c-e, -yschk-o usw. (z. B. âoblatschkoâ von âoblakoâ (âWolkeâ)
Eines der wenigen maskulinen undeklinierbaren Substantive, die den fĂźr neutrale Substantive typischen Abschluss -e haben (wie z. B. âŃиПпанСоâ (âSchimpanseâ)), ist кОŃĐľ (âKaffeeâ). Das entsprechende Diminutiv ist âкОŃĐľŃĐşâ (kofejok) mit dem Suffix -ok/-ek. Ein Beispiel aus der Literatur: ââ Đ, ŃоКŃĐ°Ń ĐşĐžŃĐľĐšĐşŃ Đ˛ŃĐżŃŃ,- пОŃиŃĐ°Ń ŃŃки, ŃкаСаН дОвОНŃĐ˝ŃĐź гОНОŃОП ĐĐžŃĐžŃкОвâ
Das Diminutiv ist bei Eigennamen im Russischen so vielfältig, dass von Nichtrussen der Name oft nicht mehr erkannt wird:
⢠Aleksandr(a) = Sascha, Schura, Saschenka, Schurik, Saschka, Saschka, Sanâka, Saschetschka, Schurka, Schurotschka
⢠Aleksej = Aljoscha, Aljoschenka, Aljoschka, Ljoschik, Ljoscha, Ljoha
⢠Anastasija = Nastyja, Asja, Nastenka, Nastjuschka, Nastjona, Nastka
⢠Anna = Anja, Anjuta, Anetschka, Anuschka, Njuta, Njura, Njusha
⢠Boris = Borja, Borenka, Borjusha, Borka
⢠Bratislaw = Slawa, Slawochka
⢠Daria = Dascha, Daschenka, Daschutka, Daschka
⢠Dmitrij = Dima, Mitja, Mitenka, Dimotschka, Mitjuscha, Dimon, Mitka
⢠Grigorij = Grischa
⢠Iwan = Wanja, Iwanuschka, Wanetschka, Wanka
⢠Jekaterina = Katja, Katerina, Katetschka, Katenka, Katjucha, Katjuscha, Katka
⢠Jewgenij = Shenja, Shenetschka, Sheka, Shenka
⢠Konstantin = Kostyja, Kostenka, Kostik, Kostka
⢠Leonid = Ljonja, Ljolik, Ljonytschka, Ljonka
⢠Maria = Mascha, Manja, Maschenka, Maschetschka, Maschuscha, Marusja, Maschka
⢠Michail = Mischa, Mischenka, Mischanya, Mischka
⢠Natalia = Natascha, Nata, Nataschenka, Natusenka, Natusik, Nataschka
⢠Nikolaj = Kolja, Kolenka, Nikolascha, Kolâka, Koljan
⢠Pjotr = Petja, Petenka, Petruscha, Petjunja
⢠Sergej = Serjosha, Serjoga, Serjoshenka, Serjoshka
⢠Stanislaw = Stasja, Stasik, Stasjuka, Stasenka
⢠Stepan = Stjopa, Stjopanka, Stepantschik, Stjopushka, Stjopka
⢠Swetlana = Sweta, Swetochka, Swetik, Swetyushka, Swetka
⢠Wladimr = Wolodja, Wowa, Wowotschka, Wolodenka, Wowka, Wolodka
Spanisch
Besonders in Lateinamerika ist das Diminutiv sehr gebräuchlich. Dort ist er auch nicht nur in Nomina zu finden, sondern auch in Adverbien, bsp. âahoritaâ fĂźr âahoraâ.
⢠-ito/-a ersetzt -o/a
⢠-cito/-a, wenn der letzte Buchstabe kein unbetontes o oder a ist; beispielsweise wird mamå (Mama) zu mamacita (schÜnes Mädchen) und coche (Auto) zu cochecito (Autochen / Kinderwagen)
⢠-illo/a, wie -el/-le/-li im deutschen: etwas veraltet oder dialekt-spezifisch (Andalusien), aber in vielen etablierten Begriffen (wie Tortilla) zu finden
⢠andere regionale/umgangssprachliche Formen, ähnlich wie -illo/-a: -ico (Aragonien, Costa Rica), -Ăn oder -ino (Asturien), -iĂąo (Galicien), -uco (Kantabrien), -ete (Katalonien), -uelo (altmodisch), -ico/ica (Murcia)
TĂźrkisch
⢠-cik/-cĹk/-cuk/-cßk, zum Beispiel kedicik (Kätzchen). Im Tßrkischen kÜnnen auch die Adjektive verkleinert werden, zum Beispiel incecik (sehr dßnn).
Berberisch
⢠Diminutivierendes Suffix: -ush
⢠Diminutivierendes Zirkumfix: t___t
Bantusprachen
In den Bantusprachen kann die diminutive Affigierung als Präfix oder als Suffix ausgedrßckt werden.
Swahili ki-
ndege âVogelâ: kidege âVĂśgelchenâ
Zulu -ana
inyoni âVogelâ: inyonyana âVĂśgelchenâ
Papuasprachen
In Papua-Sprachen wie Walman wird das Diminutivaffix -l- dem Verbum entweder vor- oder nachgesetzt.
⢠pelen n-aykiri âDer Hund bellt.â
Hund 3SG.MASK.NOM-bellen
⢠pelen w-aykiri âDie HĂźndin bellt.â
Hund 3SG.FEM.NOM-bellen
⢠pelen l-aykiri âDas HĂźndchen bellt.â
Hund 3SG.DIM.NOM-bellen
⢠kum m-etere-n pelen âIch sah den Hund.â
1SG 1SG.NOM-sehen-3SG.MASK.AKK Hund
⢠kum m-etere-ø pelen âIch sah die HĂźndin.â
1SG 1SG.NOM-sehen-3SG.FEM.AKK Hund
⢠kum m-etere-l pelen âIch sah das HĂźndchen.â
1SG 1SG.NOM-sehen-3SG.DIM.AKK Hund
Esperanto
In der internationalen Sprache Esperanto wird das Suffix -et- in Anlehnung an die romanischen Sprachen benutzt; danach wird, wie regelhaft Ăźblich, ein Endvokal oder eine Endsilbe angefĂźgt, die die Wortklasse bezeichnet (-o fĂźr Substantive in der Einzahl, -oj Substantive im Plural, -a fĂźr Adjektive, -e fĂźr Adverbien, -i fĂźr Verben in der Grundform usw.). Die entgegengesetzte âVergrĂśĂerungsformâ (Augmentativ) wird mit der Silbe -eg- gebildet.
⢠pordo Tßr, pordeto Tßrchen, pordego Tor
⢠varma warm, varmeta lauwarm, varmega heiĂ
⢠salti springen, salteti hßpfen, saltegi Riesensprßnge machen
Die Suffixe sind auch als eigenständige Wortstämme einsetzbar.
⢠eta klein, gering (Adjektiv), ege sehr (Adverb)
FĂźr Kosenamen gibt es zusätzlich die Diminutivsuffixe -Äj- (männlich) und -nj- (weiblich)
⢠patro Vater, patrino Mutter, paÄjo Papa, panjo Mama
Weitere Verwendung
Ăber die grammatikalische Bedeutung hinaus sind Diminutivsuffixe sprachliche Mittel, um Beziehungsrelationen zu signalisieren. Sie werden in vielen Sprachen auch zur Bildung von hypokoristischen Formen (Kosenamen) verwendet. Es kann also nicht nur das Kleinsein, sondern auch die positive (meliorative) oder die negative (pejorative) Einstellung des Sprechers zum Bezeichneten ausgedrĂźckt werden. Diminutivsuffixe und -präfixe kĂśnnen z. B. Anerkennung, Respekt oder ein Qualitätsmerkmal ausdrĂźcken. Die lexikalische Bedeutung wird durch Verkleinerung (Diminution) nicht geändert. Morpheme, die eine VergrĂśĂerung anzeigen (Augmentativsuffixe) sind im Deutschen unbekannt.
Siehe auch
Literatur
⢠Franz Januschek: Ăber Fritz und andere Auslaufmodelle. Ein Beitrag zur Lingologie. In: Elisabeth Berner, Manuela BĂśhm, Anja Voeste (Hrsg.): Ein gross vnnd narhafft haffen. Festschrift fĂźr Joachim Gessinger. Universitäts-Verlag, Potsdam 2005, ISBN 3-937786-35-X, S. 221â231, (Volltext (Ăber Koseformen von Vornamen)).
⢠Maria Schiller: Diminutiva und Kosenamen in der modernen russischen Sprache. Vorwort und Herausgeber: Arnold Schiller. A. Schiller u. a., Mßnchen u. a. 2001, ISBN 3-8311-2861-8, (Volltext (PDF; 7,48 MB)).
⢠Maria Schiller: Pragmatik der Diminutiva, Kosenamen und KosewÜrter in der modernen russischen Umgangsliteratursprache (= Sprach- und Literaturwissenschaften. Bd. 22). Herbert-Utz-Verlag, Mßnchen 2007, ISBN 978-3-8316-0683-2 (Zugleich: Mßnchen, Universität, Dissertation, 2006).
⢠Henri Wittmann, Heinz Fischer: Die Verteilung des diminutivierenden /ĹĄe/ und /jÉ/ im Mittelfränkischen (Aschaffenburg, Neuwied). In: Ătudes germaniques. Bd. 14, 1964, S. 165â167, (Digitalisat (PDF; 203 KB)).
Weblinks
Wiktionary: Suffix
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Einzelnachweise
cite-note-11. â Wittmann, Henri & Heinz Fischer (1964): Die Verteilung des diminutivierenden /sche/ und /je/ im Mittelfränkischen. Ătudes germaniques 14.165-67. (PDF (Memento vom 1. Februar 2012 im Internet Archive))
cite-note-22. â Das doppelte Diminutiv spricht dafĂźr, dass die oberdeutschen Formen -le, -la, -li, -l auch im mitteldeutschen Sprachraum verbreitet waren und erst in jĂźngster Zeit von einem niederdeutschen -che verdrängt wurden.